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Hermann Linde

Selbstportrait
Einzug in Jerusalem entstanden um 1896

(20.8.1863-26.6.1923) wuchs in Lübeck als Sohn des Apothekers und angesehenen Fotografen Hermann Linde sen. auf und besuchte dort das Katharineum. Seine Brüder waren u.a. der Augenarzt und Kunstsammler Max Linde (bekannt als Förderer von Edvard Munch) und der Maler Heinrich Eduard Linde-Walther (5 Brüder, 2 Schwestern). Linde studierte bis 1889 an den Akademien in Dresden und Weimar. 1890 führte ihn eine Studienreise nach Sizilien, Ägypten und Tunesien. 1892-1895 arbeitete er als freier Maler in Indien. 1910 schloss sich Linde nach einer Begegnung mit Rudolf Steiner der anthroposophischen Bewegung an. Steiner beauftragte ihn mit der Innenausmalung des ersten Goetheanums. Hermann Linde fertigte Skizzen zu seinem Zyklus über Goethes Märchen von der Grünen Schlange und der Schönen Lilie. Von Steiner, der die Arbeit Hermann Lindes mit regem Interesse verfolgte und zum Teil bis in die Einzelheiten mit ihm besprach, rührt vor allem die Anregung, das Märchen in einer Zusammenschau mit den Motiven des Mysteriendramas «Die Pforte der Einweihung» zu gestalten.

 

Zur Entstehungsgeschichte des Bildes

Linde verbrachte zu Studienzwecken 2 Jahre in Indien. Mitte Dezember 1893 hat er einen Unfall mit Knieverletzung. Er beschäftigte sich in dieser Zeit der Krankheit innerlich ganz stark mit Motiven aus dem neuen Testament, bis sie gleichsam wie imaginative Bilder lebendig vor ihm standen.  In einer grossen Aquarellskizze zum Palmsonntagseinzug Christi in Jerusalem, die sich in Privatbesitz in Berlin befindet, ragt die ruhige lichte Gestalt Christi auf dem Esel aus dem Volksgewühl heraus, in dem orientalisches Leben und Treiben eingefangen ist. Er wünscht sich in Palästina leben zu können, um Bilder zu malen. Eine Besserung tritt erst ein, nachdem Anfang Mai 1894 in ihm der Entschluss reift, das Malen biblischer Themen zu seinem Hauptanliegen in Zukunft zu machen.  Am 1. Mai 1895 Beginn der Heimreise.  Am 3. Juni 1895 ist er zurück in Lübeck. 1896 Tagebucheintrag: Gebe mich immer mehr der Idee hin Bibelhistorische Bilder zu malen.

 

 

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